Tipp der Woche zum Lichtmangel und seinen Folgen
Wußten Sie schon, dass Licht unseren persönlichen Tagesrhythmus zu einem großen Teil steuert?
Licht fördert die Bildung von Melatonin, und dieser Stoff spielt mit seiner schlaffördernden Wirkung in unserem Wach- und Schlafrhythmus eine Schlüsselrolle. Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das in der Zirbeldrüse produziert wird. Die Zirbeldrüse gehört zum homonellen System genau wie die Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse usw.
Bei Dunkelheit beginnt die Zirbeldrüse mit der Melatoninbildung. Je mehr Melatonin in den Blutkreislauf eingespeist wird, desto müder fühlt man sich: man wird auf den bevorstehenden Schlaf vorbereitet. Kaum fällt aber wieder Licht ins Auge, wird die Ausschüttung des Hormons eingestellt. Chronische Schlafstörungen oder Müdigkeit am Tag können unter Berücksichtigung des Melatoninspiegels wirksam behandelt werden.
Seit den achtziger Jahren gilt Lichtmangel zudem als anerkannte Ursache für die so genannte Winterdepression (SAD = saisonal bedingte Depression), die zu Antriebslosigkeit und stark geminderter Leistungsfähigkeit führt. Als Auslöser gelten die verminderte Lichtintensität im Winter, die verkürzte Sonneneinstrahlung und die sinkenden Temperaturen. Auch hier spielt die Melatonin-Bildung eine Rolle, und vielen Patienten wird mit Hilfe einer Lichttherapie geholfen.
(ohne Gewähr)
Aktuell Übersicht